Ein Einbruchdiebstahl liegt vor, wenn sich eine Person unbefugt Zugang zu einem Gebäude oder einem gesicherten Bereich verschafft, um dort etwas zu stehlen. In Deutschland wird der Wohnungseinbruchdiebstahl strenger behandelt als ein einfacher Diebstahl, da er nicht nur das Eigentum, sondern auch die Sicherheit und Privatsphäre des persönlichen Wohnraums verletzt. Ein wirksamer Einbruchschutz beginnt bei Türen und Fenstern und wird durch Beleuchtung, Alarmanlagen, Kameras und eine aufmerksame Nachbarschaft ergänzt.
Was ist ein Einbruchdiebstahl?
Der Begriff „Einbruch“ wird im Alltag häufig weit gefasst verwendet. Die rechtliche Einordnung hängt jedoch davon ab, wo und auf welche Weise sich der Täter Zugang verschafft und ob tatsächlich Gegenstände entwendet werden.
Definition des Einbruchdiebstahls und Abgrenzung zum Diebstahl
Nach § 242 des deutschen Strafgesetzbuches liegt Diebstahl vor, wenn jemand eine fremde bewegliche Sache wegnimmt, um sie sich oder einer anderen Person rechtswidrig zuzueignen. Beim Wohnungseinbruchdiebstahl nach § 244 StGB dringt der Täter in eine Wohnung ein, steigt ein oder verschafft sich auf andere Weise unbefugt Zugang, um dort etwas zu stehlen. Der unbefugte Zugang zu einem geschützten Wohnbereich unterscheidet den Einbruchdiebstahl somit von einem Diebstahl, bei dem keine gesicherte Zugangsstelle überwunden wird.
Einbruchdiebstahl ist außerdem von Raub zu unterscheiden. Bei einem Raub werden Gewalt oder Drohungen gegen eine Person eingesetzt. Ein Einbruch kann dagegen stattfinden, während sich niemand in der Wohnung befindet.
Häufige Arten von Einbrüchen
Ein Wohnungseinbruch kann ein Einfamilienhaus, eine Wohnung, ein Ferienhaus oder einen anderen privat genutzten Wohnbereich betreffen. Täter können sich über die Haustür, Terrassentür, Fenster, den Balkon, eine Kelleröffnung oder einen Seiteneingang Zugang verschaffen.
Einbrüche in Garagen, Kellerabteile, Gewerbegebäude oder Gartenhäuser können rechtlich anders eingeordnet werden, auch wenn Betroffene umgangssprachlich in allen Fällen von einem Einbruch sprechen.
Versuchter und vollendeter Einbruchdiebstahl
Von einem versuchten Einbruchdiebstahl wird gesprochen, wenn der Täter bereits mit der Ausführung der Tat begonnen hat, diese jedoch nicht vollenden kann. Sichtbare Hebelspuren, ein beschädigtes Schloss oder ein eingeschlagenes Fenster können daher bereits auf einen strafbaren Versuch hinweisen, auch wenn niemand in das Gebäude gelangt ist und nichts gestohlen wurde.
In Deutschland wurden im Jahr 2025 insgesamt 82.920 Fälle von Wohnungseinbruchdiebstahl einschließlich der versuchten Taten registriert. Davon blieben 44,9 % im Versuchsstadium. Dies zeigt, dass widerstandsfähige Schlösser, Türen, Fenster und andere Sicherungsmaßnahmen das Eindringen verhindern können.
Wann und wo ereignen sich die meisten Einbrüche?
Das Einbruchsrisiko wird unter anderem davon beeinflusst, ob ein Gebäude bewohnt wirkt, wie gut Zugänge einsehbar sind und wie lange ein Täter unbemerkt handeln kann. Einbrüche finden keineswegs ausschließlich spät in der Nacht statt.
Zu welchen Uhrzeiten finden die meisten Einbrüche statt?
Die Polizei weist darauf hin, dass Einbrecher häufig während der Schul-, Arbeits- und Einkaufszeiten aktiv werden, wenn viele Wohnungen leer stehen. Auch die frühen Abendstunden und Wochenenden sind relevant. In den dunkleren Monaten entstehen zusätzliche Gelegenheiten, da es oft bereits dunkel ist, bevor die Bewohner nach Hause kommen.
Die bundesweite Polizeiliche Kriminalstatistik verzeichnete 2025 insgesamt 82.920 Fälle von Wohnungseinbruchdiebstahl. Das entspricht einem Anstieg von 5,7 % gegenüber 2024. Diese Zahlen bilden die angezeigten Fälle ab, sagen jedoch nichts über das konkrete Risiko eines einzelnen Haushalts aus. Deshalb sollten auch die örtlichen Gegebenheiten und die Hinweise der zuständigen Polizei berücksichtigt werden.
Typische Einstiegsstellen bei Häusern und Wohnungen
Leicht erreichbare Fenster, Terrassentüren und Balkontüren sind besonders gefährdet, da herkömmliche Beschläge häufig bereits mit einfachen Werkzeugen aufgehebelt werden können. Auch Seitentüren, Kellerfenster, Lichtschächte, Verbindungen zur Garage und Wohnungseingangstüren können weniger gut einsehbare Zugangsmöglichkeiten bieten. Bei der Platzierung von Sicherheitskameras sollten deshalb vor allem solche Zugänge berücksichtigt werden, die schwer einsehbar sind oder häufiger als Annäherungsweg genutzt werden.
Schließen und verriegeln Sie vor dem Verlassen des Hauses sämtliche Zugänge, auch wenn Sie nur kurz weggehen. Ein gekipptes Fenster bietet kaum Widerstand gegen Einbruchsversuche und sollte sicherheitstechnisch wie ein geöffnetes Fenster behandelt werden. Auch Fenster in höheren Etagen benötigen Schutz, wenn Balkone, Vordächer, Garagendächer, Leitern oder Gartenbauten als Kletterhilfe genutzt werden können.

Merkmale, die ein Gebäude zu einem leichteren Ziel machen können
Eine unverschlossene Tür, ein gekipptes Fenster, ein schwacher Terrassentürbeschlag, dichtes Gebüsch, ein dunkler Seiteneingang oder eine frei zugängliche Leiter können den Zeitaufwand und das Entdeckungsrisiko für einen Täter verringern. An schlecht einsehbaren Zugängen kann eine Außenleuchte mit Kamera helfen, Beleuchtung und Ereignisaufzeichnung an einer Stelle zu verbinden. Ein überfüllter Briefkasten, vor der Tür liegende Pakete, dauerhaft unbewegte Mülltonnen oder den ganzen Tag geschlossene Rollläden können auf eine längere Abwesenheit hinweisen.
Veröffentlichen Sie Reisedaten nicht öffentlich. Bewahren Sie Werkzeuge und Leitern verschlossen auf, schließen Sie Tore und Garagentüren und schneiden Sie Pflanzen zurück, die gefährdete Fenster vollständig vor den Blicken der Nachbarn verdecken.
So verbessern Sie den Einbruchschutz zu Hause
Ein wirksames Sicherheitskonzept soll das Eindringen erschweren und verzögern, die Wahrscheinlichkeit einer Entdeckung erhöhen und eindeutige Hinweise auf eine unbewohnte Wohnung vermeiden.
Zuerst Türen und Fenster sichern
Mechanische Sicherungen sollten die erste Schutzebene bilden, da sie das Eindringen physisch erschweren. Die deutsche Polizei empfiehlt bei Neubauten und Renovierungen geprüfte und zertifizierte Türen und Fenster nach DIN EN 1627 mit mindestens der Widerstandsklasse RC 2. Bestehende Türen und Fenster können mit aufeinander abgestimmten Nachrüstprodukten verstärkt werden, die nach DIN 18104 geprüft sind.
Auch die einzelnen Bestandteile einer Tür müssen aufeinander abgestimmt sein. Profilzylinder werden unter anderem nach DIN 18252 geprüft, während DIN 18257 Schutzbeschläge betrifft, die Zylinder und Schloss gegen mechanische Angriffe abschirmen. Ein hochwertiger Schließzylinder bietet nur begrenzten Schutz, wenn Türblatt, Rahmen, Schließblech, Scharniere oder Beschlag leicht aufgehebelt werden können.
Schließen Sie die Tür vollständig ab, statt sie lediglich ins Schloss zu ziehen. Nach dem Verlust eines Schlüssels sollte der Schließzylinder zeitnah ausgetauscht werden. Nachrüstungen sollten fachgerecht montiert werden, damit sich die Schwachstelle nicht lediglich auf ein anderes Bauteil verlagert.
Ein leeres Zuhause bewohnt wirken lassen
Verwenden Sie Zeitschaltuhren oder intelligente Steuerungen, um ausgewählte Lampen zu realistischen Zeiten ein- und auszuschalten. Eine einzelne Lampe dauerhaft eingeschaltet zu lassen, wirkt dagegen wenig überzeugend. Rollläden sollten einem normalen Tagesablauf folgen, da ganztägig geschlossene Rollläden eine Abwesenheit deutlich erkennbar machen können.
Bitten Sie eine vertrauenswürdige Person aus der Nachbarschaft, den Briefkasten zu leeren, Pakete anzunehmen, Mülltonnen zu bewegen, nach dem Rechten zu sehen und gelegentlich in der Einfahrt zu parken. Auch die Polizei empfiehlt, während des Urlaubs einfache Aufgaben mit Nachbarn abzusprechen, damit das Gebäude weiterhin bewohnt wirkt.
Beleuchtung, Alarmanlagen und Sicherheitskameras kombinieren
Bewegungsaktivierte Beleuchtung macht Personen im Bereich von Eingängen besser sichtbar. Eine fachgerecht installierte Alarmanlage kann einen Einbruchsversuch melden. Überwachungskameras für außen ermöglichen Echtzeit-Benachrichtigungen und Videoaufnahmen, verhindern jedoch nicht, dass eine Tür oder ein Fenster gewaltsam geöffnet wird. Mechanische Sicherungen sollten deshalb die Grundlage bilden. Alarmanlagen und Videoüberwachung ergänzen sie als zusätzliche Erkennungsebenen.
Die eufyCam Solo S340 eignet sich beispielsweise für ein Seitentor, einen Garten, eine freistehende Garage oder einen anderen Bereich, an dem sich ein Stromkabel nur schwer verlegen lässt. Das Dual-Kamerasystem kombiniert eine 3K-Weitwinkelansicht mit vergrößerten Detailaufnahmen. Die 360-Grad-Schwenkfunktion und das KI-Tracking helfen dabei, Personen zu verfolgen, die den überwachten Bereich durchqueren. Solarladung und 8 GB integrierter Speicher ermöglichen einen weitgehend unabhängigen WLAN-Betrieb ohne verpflichtendes Abonnement. In Verbindung mit HomeBase 3 stehen zusätzlicher Speicherplatz und erweiterte Erkennungsfunktionen zur Verfügung.
Die Kamera eignet sich besonders für einen klar abgegrenzten Außenbereich. Sie sollte so positioniert werden, dass sich nähernde Personen erfasst werden, bevor sie die Tür oder das Fenster erreichen. Eine Montage unmittelbar oberhalb der möglichen Einstiegsstelle ist daher nicht immer optimal.
Nicht einsehbare Bereiche rund um das Grundstück reduzieren
Gehen Sie das Grundstück aus verschiedenen Blickrichtungen ab, etwa von der Straße, aus der Einfahrt, vom Garten und von den Seitenwegen aus. Prüfen Sie, ob Mauern, Hecken, geparkte Fahrzeuge, Gartenhäuser oder Dachüberstände die Sicht auf Nebeneingänge verdecken. Eine Kamera sollte sowohl einen guten Überblick bieten als auch verwertbare Details im Bereich von Toren, Türen und Fenstern erfassen.
Die eufyCam S4 eignet sich eher für eine lange Einfahrt, einen großen Garten oder ein Grundstück mit mehreren möglichen Annäherungsrichtungen. Die obere 4K-Bullet-Kamera behält einen festen Übersichtsbereich im Blick, während das untere 2K-Dual-Lens-PTZ-Modul Personen über einen Bereich von 360 Grad verfolgt und heranzoomt. Dadurch bleibt der zentrale Bereich sichtbar, während das PTZ-Modul einer Person folgt. So wird vermieden, dass beim Drehen einer einzelnen Kamera ein neuer blinder Fleck entsteht.
Die tatsächliche Abdeckung hängt von der Montagehöhe, möglichen Hindernissen, der Netzwerkqualität und den eingestellten Erfassungszonen ab. Für bestimmte erweiterte Speicher- und Systemfunktionen wird HomeBase 3 benötigt. Für einen kompakten Eingangsbereich oder ein einzelnes Nebengebäude ist die S340 meist die einfachere Lösung. Die S4 eignet sich besser, wenn von einer Position aus ein größerer Bereich oder mehrere Zugangswege überwacht werden sollen.
Was sollten Sie nach einem Einbruch tun?
Die persönliche Sicherheit und die Sicherung möglicher Spuren haben Vorrang vor der Kontrolle gestohlener Gegenstände oder der Reparatur entstandener Schäden.
Das Gebäude verlassen und die Polizei rufen
Betreten Sie das Gebäude nicht, wenn eine Tür offen steht, ein Fenster eingeschlagen wurde oder Anzeichen dafür bestehen, dass sich noch eine fremde Person im Inneren befinden könnte. Begeben Sie sich an einen sicheren Ort und wählen Sie den Polizeinotruf 110.
Verfolgen oder konfrontieren Sie den Verdächtigen nicht und versuchen Sie nicht, ihm den Weg zu versperren. Merken Sie sich aus sicherer Entfernung nach Möglichkeit das Aussehen, die Kleidung, die Fluchtrichtung, den Fahrzeugtyp und das Kennzeichen.
Nichts berühren oder reinigen
Lassen Sie Türgriffe, Fenster, Schubladen, Lichtschalter, Glasscherben, Werkzeuge und verschobene Gegenstände unverändert. Durch Aufräumen oder Reinigen können Fingerabdrücke, Fasern, Werkzeugspuren und andere Beweismittel zerstört werden.
Warten Sie, bis die Polizei den Tatort untersucht und freigegeben hat, bevor Sie Gegenstände bewegen oder Reparaturarbeiten beginnen.
Gestohlene Gegenstände dokumentieren und die Versicherung informieren
Nachdem die Polizei den Tatort freigegeben hat, sollten Sie die Schäden fotografieren und eine Liste der gestohlenen Gegenstände erstellen. Notieren Sie, sofern vorhanden, Marke, Modell, Seriennummer, Kaufdatum, geschätzten Wiederbeschaffungswert und legen Sie Rechnungen oder ältere Fotos bei.
Melden Sie den Einbruch unverzüglich Ihrer Hausratversicherung und übermitteln Sie das polizeiliche Aktenzeichen sowie die Liste der gestohlenen Gegenstände. Gestohlene Zahlungskarten, Mobiltelefone, Ausweisdokumente und elektronische Zugangsdaten sollten umgehend gesperrt werden.
Beschädigte Türen und Fenster erst nach Freigabe sichern
Beauftragen Sie eine provisorische Abdeckung, einen Austausch des Schlosses oder eine Notverglasung erst, nachdem die Polizei die Spurensicherung abgeschlossen hat. Informieren Sie Ihre Versicherung, bevor Sie umfangreiche dauerhafte Reparaturen in Auftrag geben, falls zuvor eine Genehmigung oder Begutachtung erforderlich ist.
Beim Austausch beschädigter Bauteile kann eine kriminalpolizeiliche Sicherheitsberatung sinnvoller sein, als lediglich die bisherige schwache Konstruktion wiederherzustellen. Die polizeilichen Beratungsstellen bieten neutrale Informationen zu geeigneten Sicherungen für Türen und Fenster.
Fazit
Ein wirksamer Einbruchschutz beginnt mit vollständig verriegelten und mechanisch verstärkten Türen und Fenstern. Glaubwürdige Anzeichen von Anwesenheit, aufmerksame Nachbarn, Beleuchtung, Alarmanlagen und richtig positionierte Kameras ergänzen diese Grundsicherung. Sie können abschreckend wirken und im Ernstfall verwertbare Aufnahmen liefern.
Nach einem vermuteten Einbruch sollten Sie das Gebäude nicht betreten, den Polizeinotruf 110 wählen, mögliche Spuren unberührt lassen und erst nach der Freigabe durch die Polizei Schäden und gestohlene Gegenstände dokumentieren oder Reparaturen veranlassen.
FAQ
Was macht ein Haus für Einbrecher unattraktiv?
Ein Grundstück ist als Ziel weniger attraktiv, wenn sich die Zugänge nicht schnell aufbrechen lassen, es nur wenige uneinsehbare Verstecke gibt, Tore und Garagen verschlossen sind und Nachbarn ungewöhnliche Aktivitäten bemerken können. Glaubwürdige Anzeichen für Anwesenheit und sichtbare, fachgerecht installierte Sicherheitsmaßnahmen erhöhen den Zeitaufwand und das Entdeckungsrisiko.
Was schreckt Einbrecher am stärksten ab?
Nach polizeilichen Empfehlungen steht ein aufeinander abgestimmter mechanischer Einbruchschutz an erster Stelle, da er das Eindringen verhindert oder zumindest deutlich verzögert. Beleuchtung, Alarmanlagen, Kameras und eine aufmerksame Nachbarschaft erhöhen zusätzlich das Risiko, entdeckt zu werden. Sie ersetzen jedoch keine widerstandsfähigen Türen und Fenster.
Warum klingeln Einbrecher nachts an der Haustür?
Eine Person kann klingeln, um zu überprüfen, ob jemand zu Hause ist. Ein spätes Klingeln allein ist jedoch noch kein Beleg für eine geplante Straftat. Öffnen Sie unbekannten Personen nicht die Tür. Nutzen Sie einen Türspion, eine Gegensprechanlage oder eine Kamera und verständigen Sie die Polizei, wenn das Verhalten bedrohlich wirkt oder mit einem Versuch verbunden ist, sich Zugang zum Grundstück oder Gebäude zu verschaffen.
Kann ein Stein vor der Haustür auf das Ausspähen durch Einbrecher hindeuten?
Ein einzelner Stein ist kein verlässlicher Hinweis auf einen allgemein verwendeten Einbrechercode und kann eine harmlose Erklärung haben. Wiederholt platzierte Gegenstände, unerklärliche Markierungen, manipulierte Tore oder fremde Personen, die mehrere Häuser beobachten, sollten dennoch aufmerksam registriert werden. Fotografieren Sie die Situation, informieren Sie die Nachbarschaft und melden Sie dringende verdächtige Beobachtungen der Polizei, statt jemanden selbst zu konfrontieren.